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ArchivAlles, was bisher geschah, in keine andere Kategorie passt und erwähnenswert bleibt, einschließlich der wichtigen Ereignisse auf der ersten Etappe der „Heimkehr des Dschingis Khan“, sowie der von der Zeit überholten „News“, werden hier abgelegt und bleiben für Sie nachlesbar. 2000 – 2002 Die schwere Zeit nach dem großen Abenteuer
Es war furchtbar schwer für mich nach der Rückkehr in meine Heimat Rheingau nach viereinhalb Jahren Abenteurerleben. Zwei schwere Schicksalsschläge in kurzer Folge brachten mich ins Wanken – waren sie der Preis für all das Glück, welches mir unterwegs zuteil geworden war?
Zuerst starb meine Frau, trotz Krankheit überraschend. Fünf Monate später starb „Panca“, meine treue Stute.
Ich wollte mich nicht unterkriegen lassen, bekämpfte meine Seelenqualen mit neuen Plänen. NACHRUF
„Was würdest Du tun, wenn einem Deiner Pferde unterwegs etwas passiert?“, wurde ich mehrmals vor und während der Erdumrundung gefragt.
Dennoch kommt natürlich manchmal der Gedanke an den Verlust eines von ihnen. Schließlich sterben täglich irgendwo auf dieser Erde Pferde und ihre Besitzer lieben sie meist so sehr, dass sie vor Gram darüber fürchterliche Pein erleiden. Und dieser Gedanke ist mir so unerträglich, dass ein Grauen über meinen Rücken kriecht und ich solche Gedanken schleunigst abschüttele.
Nun ist Temujin bei Peter Pfister, um etwas Neues zu lernen. Ich eile zu Puschkin, während Biggi nun ihrem Schmerz freien Lauf lässt. Puschkins Augen drücken gleichsam Unruhe und Erschrecken aus - niemals sah ich diesen Blick bei ihm. Bei jedem kleinsten Geräusch, bei jeder Bewegung in der Nähe zuckt er zusammen. Ich spreche unter Tränen mit ihm, umarme seinen Hals. Wahrscheinlich über dreißig Stunden steht er hier in Pancas Nähe. Als ich dann die Litze notdürftig richte, folgt er mir und möchte die Böschung hinunter zu seiner Schwester. Nur mühsam können Biggi und ich ihn zurückdrängen.
Gemeinsam suchen wir verzweifelt nach der Ursache. Was ist nur geschehen? Keine Zeichen dafür, dass ein Kampf oder Todeskampf stattgefunden hätte. Keine Spuren auf dem Grasboden, die auf ein Toben oder Ausgleiten hinweisen. Und keine Verletzungen oder nur Abschürfungen an Pancas Körper. Unter Tränen legen wir Puschkin das Halfter an. Widerwillig geht er mit, bleibt immer wieder stehen und dreht sich um. Und immer wieder ruft er Panca, die ihm nicht folgt - nie mehr!
Allein kann er hier nicht bleiben, ich möchte ihn zu Temujin bringen. Armer Puschkin! - Arme Panca!
Auf der Fahrt schnürt es mir oft den Hals erneut zu und Tränen verschleiern meinen Blick. 2002 – 2005 Ein neuer Start ins Leben
Nach vollendeter Erdumrundung war die Erleichterung groß, es geschafft, vor allem aber, die Pferde gesund und unbeschadet zurück gebracht zu haben. Ein erneutes Abenteuer anzugehen, kam mir nicht in den Sinn. Aber das währte nicht lange. Das „zivilisierte“ Leben konnte mich auf Dauer nicht befriedigen. Nach und nach entstand eine neue Idee:
Aber auf einer anderen Route sollte es geschehen. Mit Temujin (Dschingis Khan) auf dessen Namensvetters 800-jährigen Spuren vielleicht?
Wenn es mir gelingen würde, die großen Medien zu interessieren, dürften auch Sponsoren für eine umfangreiche Ausrüstung gefunden werden. Denn Highlights gab es genug: diese spektakuläre und attraktive Reiseroute und dann als Höhepunkt das Pferderennen beim Naadam in Ulan Bator zum Anlass der 800-Jahr-Feier des Bestehens der Mongolei. Hierbei könnte doch Temujin starten? Mit ausreichender Kondition, die er unterwegs bis dort hin sicherlich haben sollte! Dafür hatte ich nach unermüdlichen Akquisitionen endlich eine wirklich gute Ausrüstung bereit. Und wenn ich erst einmal unterwegs war und publikumswirksame Erlebnisse berichten könnte, sollte sich doch auch in Sachen Film eine Lösung finden, so dachte ich. Also erst einmal: Start frei! Start frei !
Endlich ist es soweit ! Am Sonntag, den 13. März 2005 beginnt am Messegelände in Berlin, Hammerskjöldplatz, vor der Halle 19 am Haupteingang zur Messe um 11:00 Uhr die feierliche Verabschiedung der Expedition „Die Heimkehr des Dschingis Khan“ .
Noch ist es nur der Zeitpunkt, der nun definitiv feststeht. Der etwa einstündige Verlauf dieses Aktes und die Marschroute ist zwar geplant, ob es aus sicherheitstechnischen Gründen durchführbar sein wird, ist noch abzuklären. Jedenfalls zeigen sich die Berliner Behörden sehr kooperativ.
Ob die Pferdesegnung durch vier unterschiedliche Religionen geschehen kann, hängt von der Bereitschaft ihrer Priester ab. Die Spannung wächst, die Nervosität steigt ständig an. Die Ergebnisse der Verhandlungen mit Behörden und anderer Beteiligter werden hier in den nächsten Tagen bekannt gegeben. 13. März 2005Es ist Sonntag der 13.03.2005, 11.00 Uhr. Auf dem Messegelände am Hammerskjöldplatz in Berlin findet z. Z. die ITB – eine Messe rund ums Reisen - statt. Vor dem Haupteingang bauen Manfred und seine Begleiterin ihr Begleitfahrzeug auf und holen Temujin und Puschkin aus dem Pferdetrailer. Interessiert bleiben die Leute stehen und erkundigen sich über das merkwürdige Vierergespann. Es ist die offizielle Verabschiedung einer Expedition in die Mongolei und zwar auf dem Rücken zweier Pferde. Mittlerweile sind auch Kamerateams von ARD und einem regionalen Berliner Sender vor Ort. Nach und nach treffen weitere Medienvertreter von Presse und Hörfunk ein, lassen das Blitzlichtgewitter prasseln und drängen sich um Interviews. Das Interesse an dieser ungewöhnlichen Expedition scheint riesengroß und es herrscht schließlich atemlose Stille, als Manfred zum Mikrofon greift und eine bewegende Ansprache hält. Die Menschentraube ringsum hat enorme Ausmaße angenommen, als endlich die beeindruckende Abschiedszeremonie beginnt. Ein katholischer Pfarrer, eine evangelische Pfarrerin und ein muslimischer Imam segnen nacheinander Pferde und Reiter. Es war Manfreds Wunsch, dass sie es gemeinsam in gegenseitiger Achtung tun, denn er wollte damit ein Zeichen für Völkerverständigung auf religiöser Ebene setzen. Leider hatte die jüdische Gemeinde, die ebenfalls eingeladen war, unbegründet abgelehnt. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt einer farbenprächtigen, mongolischen Delegation, die den Reitern mongolische Trachten überreichten und mit einem traditionellen Milchopfer den buddhistischen Beitrag leisteten. Viel länger als geplant hatte die Verabschiedung der Expedition gedauert, doch endlich steigen Manfred und seine Begleiterin in die Sättel, um den langen Weg zum "Brandenburger Tor" als erste Etappe ihrer etwa 14.000 km langen Reise anzutreten. 10. April 2005Ein gehetzter Start und vieles muss erst noch unterwegs geregelt werden. Aller Anfang ist schwer! Deshalb und weil wir im dichtbesiedelten Europa täglich von gastfreundlichen Menschen in Beschlag genommen werden, kommen erst jetzt die ersten Meldungen von unterwegs. Der beeindruckende Start in Berlin lag in angenehmer Erinnerung, als wir Brandenburg nach Süden durchquerten: oft über Wald- und Feldwege, selten auf Asphaltstraßen. In Cahnsdorf kreuzten wir den Weg der ersten Expedition und waren wieder wie damals Gast bei Uwe und Margot. Durch Sachsen war es schwieriger: Keine Brandschutzstreifen mehr am Rande der Wälder, die so angenehm waren. Und noch enger das Heranrücken der riesigen Ackerflächen an die Asphaltstraßen. Dann großer Empfang in Dresden: Wir reiten vor zahllosen Kameras durch die wieder so herrliche Altstadt: von der Semperoper bis zur Frauenkirche. Der Grenzübergang nach Tschechien in Bad Schandau: heute selbst mit Pferden völlig unproblematisch: wie schön wäre es, wenn alle weiteren Grenzen, die wir noch vor uns haben, eben so leicht zu überqueren wären. In Tschechien wie in Sachsen kein leichtes Vorankommen und immer wieder Stress durch erheblichen Straßenverkehr selbst auf Nebenstraßen. In Prag eine organisierte Begegnung mit Mongolen und schließlich erneut eine Grenze: Österreich liegt vor uns. Hier werden wir erwartet und sind nicht mehr ohne Geleit durch Österreichische Reiterfreunde. Ein enges, exakt durchorganisiertes Programm lässt uns kaum noch zur Ruhe kommen: Messeeröffnung in Hollabrunn, großer Empfang in Tulln, großer Empfang vor dem Wiener Rathaus, Ritt zum Stephansdom und beeinduckende Pferdeweihe durch den Dompfarrer vor hundert Passanten, Mittagsrast im Schloss Halbthurn und Ehrung durch Baronin Marietherese von Waldbot. Endlich Andau und Grenzüberschreitung nach Ungarn. Morgen geht´s weiter. Pferde und Crew sind wohlauf und voller Tatendrang. 2. Mai 2005Über 1300 km schon: wir sind in der östlichen, ungarischen Tiefebene. Die rumänische Grenze ist nicht mehr weit. Die Pferde fühlen sich sichtlich wohl, natürlich auch, weil es hier überall schon ausreichend frisches Gras gibt. Der häufige Regen, dem sie oft besonders nachts ausgesetzt sind, stört sie offensichtlich wenig.
Selten müssen wir hier am Rande stark befahrener Fernstraßen reiten, bessere Nebenstraßen oder gar unbefestigte Landwirtschaftswege gibt es immer häufiger, je weiter wir nach Osten vordringen. In den Dörfern abseits der Fernstraßen begegnen wir ständig freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Wo wir in Ermangelung freier Brachflächen keine Koppel für die Pferde errichten können, erbitten wir sie auf inzwischen privatisierten LPG’s und werden niemals abgewiesen. Stattdessen bietet man uns diverse Hilfen an, z.B. Duschmöglichkeit. Ein paar Tage am Balaton waren der Höhepunkt. 25. Mai 2005Schon in Bulgarien und weit mehr als 2.000 km von Berlin entfernt. Es geht weiterhin gut voran und alles ist gesund. Die Warnungen bezüglich hoher Kriminalität in Rumänien und Bulgarien haben sich bisher als überflüssig herausgestellt. Sicher ist das besonders deshalb so, weil wir uns weitgehend auf dem Lande aufhalten, Städte meist nur kurz berühren. Die Landbevölkerung ist überall sehr freundlich und hilfsbereit, aber diese Erfahrung habe ich ja bereits auf meiner ersten Expedition gemacht.
Trotzdem gibt es natürlich die kleinen Abenteuer – jeden Tag. Schließlich kommen wir überall unvorbereitet an. Irgendein Quartier müssen wir uns jeden Abend aufs neue suchen. Meist ist das in der freien Natur, abseits von Ortschaften oder an dessen Rand. Hier gibt es überall große Weideflächen, die den Anwohnern für ihr Vieh zur Verfügung steht. Niemand hat etwas dagegen, wenn wir dort unser Camp errichten und weil das Gras dort meist sehr kurz ist, wird die Koppel für Puschkin und Temujin besonders groß. Nur einmal werden wir abgewiesen, als wir das Gras an einer Schule nutzen wollen. Ein riesiges Grundstück, völlig ungenutzt. Doch der noch junge Direktor möchte keine Tiere auf dem Schulgelände, er befürchtet, sie könnten Zecken einschleppen und damit die Kinder gefährden. Erst als er am Nachmittag seinen Schulalltag beendet hat und nach Hause gefahren ist, trauen sich die wenigen Kinder, die hier noch Schulunterricht erhalten, zu uns. Sie sind begeistert von dieser Expedition aus dem fernen Germania, lernen von uns ein bisschen Deutsch und wir im Gegenzug paar bulgarische Worte. 31. Mai 2005Türkische Grenze!
Und Probleme bei der Einreise. Fast sind wir schon durch, als der Grenzveterinär mit den Europäischen Equidenpässen einschließlich der Impfbescheinigungen allein nicht zufrieden ist. Er besteht auf einem „International Health Certificate for Animals“. Juli 2005Ein mehrere Tage währender Kampf um die Einreise in die Türkei war entbrannt. Die türkischen Grenzbeamten erlaubten uns schließlich, innerhalb der Grenzkontrollstation mit den Pferden zu kampieren. Grasflächen gab es genug innerhalb der Umzäunung, abseits des Kontrollbetriebs. Und täglich ertönte mehrmals der Singsang des Muezzins vom Minarett der nahen Moschee.
Schließlich entwickelte sich die Aussicht auf Erfolg für eine Einreise, doch musste sicher gestellt sein, dass wir die Türkei auf der anderen Seite wieder verlassen würden. Also musste die Einreise in den Iran zweifelsfrei sein. Dies war das entscheidende Problem, denn im Iran fanden gerade Wahlen statt und der Gewinner der Wahl wurde schließlich ein Mann, der die politische Marschrichtung des Iran negativ beeinflusste. Eine Einreisegenehmigung dürfte zumindest vorläufig sehr in Frage gestellt sein. Doch schon hatten wir eigentlich zu viel Zeit verloren. Eine andere Lösung musste her. Die konnte nur heißen, die Türkei und den Iran zu umgehen. Das war nur nördlich möglich: also zurück durch Bulgarien und Rumänien, um über die Ukraine, Südrussland und Kasachstan wieder auf die Seidenstrasse zu gelangen. 24.Juli 2005Ja, ich traf noch alte Freunde in Ternopol (Iwan Woloschtschuk, Vladimir Wasiljewitsch und „Mama Konjuschnja“). Die Freude war auf beiden Seiten riesengroß. Traditionsgemäß musste dies natürlich mit Wodka besiegelt werden.
In der Hauptstadt Kiew besuchen wir das russische und das kasachische Konsulat, um entsprechende Visa zu bekommen. 14. August 2005"Neue Kommunikationsprobleme via Satellit"
Weitere Satelliten kamen hinzu, um weltweit keine Lücken mehr zu haben. Das bedeutet, Neukonfiguration aller Sat-Modems. Doch unser Modem reagiert nicht. Der Sponsor CPN aus Oestrich-Winkel reagiert sofort und schickt uns ein neues zum Austausch nach Kiew/Ukraine. Dort landet es im Zoll und man verlangt zur Freigabe 300USD Gebühren. Die kann ich nicht bezahlen und dies ist auch nicht legal. Der Einspruch der deutschen Botschaft bleibt erfolglos, das Gerät geht zurück. Nun hoffen wir, daß ein neuer Versuch in Almaty/Kasachstan gelingt und wir dann auch wieder von überall Texte und Bilder senden können. 1. Engel in Kiew heißt Vladimir Nikolajewitsch-Gerun. Er hilft uns in vielen Dingen, denn er ist Chef-Veterinär vom Hippodrom in Kiew, wo wir einige Tage mit unseren Pferden zu Gast sind.
2. Engel Pawel Pascha, ein angehender, äußerst begabter Doktor für Kieferchirurgie. Er war einige Zeit beim DRK und beim ASB in Mannheim und spricht gut Deutsch. So konnte er uns bei einem Problem helfen, das meine Begleiterin ereilte und vermittelte uns an den 2. September 2005
Ein irrer Trip - eine Odyssee bislang!
Von Berlin über Prag und Wien, durch Ungarn nach Rumänien. Das war noch leicht, die Grenzen unproblematisch. Dann durch Rumänien und Bulgarien an die türkische Grenze. Hier begannen die großen Probleme, die schließlich zur Neuplanung der „Heimkehr des Dschingis Khan“ führten.
Nun sind wir wieder, alle wohlbehalten, daheim. Die erste Blutentnahme ist erfolgt, das Blut in einem Labor. Doch was ist, wenn wirklich irgendein Virus gefunden wird? Dafür will ich kämpfen! 11. Januar 2006Lange ist es her, ich weiß... Und natürlich war ich nicht untätig oder bin ob der ständig neu auftretenden Probleme lethargisch geworden. Ich kämpfe weiter für die Verwirklichung meiner Idee – Tag für Tag... Eines der größten Probleme ist bereits beseitigt: Puschkin und Temujin sind nach wie vor gesund!
Der Bluttest bei Beginn der verhängten 90-tägigen Quarantäne („wegen illegaler Einfuhr aus Rumänien“!) ergab: keine nachweisbaren Viren. Getestet wurde auf fünf gefährliche Pferdekrankheiten. Klar, dass die Pferde während dieser Zeit einen Großteil ihrer Kondition verloren. Vielleicht, weil wir alle so kooperativ waren und uns brav an die Auflagen hielten, verzichtete man auf den zweiten Bluttest und beschränkte sich auf eine Abschlussuntersuchung. Die ergab ebenfalls, dass beide Pferde offensichtlich den ersten Teil dieser Expedition kreuz und quer durch Osteuropa ohne irgendeine Infizierung überstanden hatten.
Wir alle durften aufatmen, denn andernfalls drohte uns ja nicht nur eine Anklage, sondern vor allen Dingen die Tötung der Pferde... Februar 2006:scheitert die „Heimkehr des Dschingis Khan“?
Ein Schock!: Daimler-Chrysler kündigt den Sponsoring-Vertrag, das Versorgungsfahrzeug wird eingezogen! Verzweifelt versuche ich, Ersatzsponsoren zu finden, die mich in die Lage versetzen, das Fahrzeug anzukaufen. Ein monatelanger Kampf zwischen Hoffnung und Enttäuschung, für mich ein wahrer Nervenkrieg. Aber aufgeben möchte ich diesen Plan nicht. Zwar ist die 800-Jahr-Feier im Jahr 2006 für uns verloren und damit Temujins Start beim Rennen zu diesem Anlass, doch vielleicht hat es hierbei das Schicksal einfach gut gemeint? Vielleicht hätte er dieses Rennen nicht gesund überstehen können oder wäre gar dabei gestorben wie so manches Pferd schon zuvor? Es fällt so schwer, loszulassen. Doch scheint dies wohl notwendig zu sein, um vielleicht doch noch eine erneute Chance zu bekommen – irgendwann... Jetzt heißt es jedenfalls zunächst wieder finanziell auf die Beine zu kommen, um möglichst bald erneut starten zu können: zur 2. Etappe der „Heimkehr des Dschingis Khan“. Juli 2006:Platzwechsel Mein Leben scheint einem Rhythmus zu folgen, ähnlich dem Auf und Ab eines Meeres. Manchmal habe ich das Gefühl, für Rückschläge irgendwann mit Glück entschädigt zu werden und umgekehrt. Im Rheingau habe ich inzwischen materiell alles verloren. Nicht, wie Viele glauben, meiner Abenteuerlust wegen, sondern ganz einfach wegen des Niedergangs meines Berufstandes und wegen Fehlinvestitionen beim Versuch der Rettung meiner Firma. Nun bindet mich dort nichts mehr wirklich und ich gehe auf die Suche nach einem neuen Betätigungsfeld irgendwo.
Wieder hilft der Zufall – oder was ist es sonst? Lenkung vielleicht? Das bekannte Auf und Ab...
Vielleicht kann das ja mein zukünftiger Platz sein? Nach nunmehr fünf Monaten auf diesem Hof bin ich sicher. Hierher passen meine Pferde und ich hin und Bettina Borst, die Besitzerin, glaubt das auch. Seelisch und finanziell wieder auf die Beine zu kommen, ist nun das Ziel und plötzlich fällt es mir leicht, dieses Ziel zu verfolgen. Häufiges Training für die Pferde ist jetzt leicht möglich und geschieht quasi nebenbei: als Vorbereitung zur 2. Etappe der „Heimkehr des Dschingis Khan“ vielleicht im Jahr 2008? |